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 bwp@ Ausgabe Nr. 9 | Dezember 2005
Betrieb als Lernort

Die Entdeckung der Praxis


 

 

Abstract

Praxisrelevante Lerninhalte, prozessorientierte Strukturierung und arbeitsmarktkonforme Qualifikationen als scheinbar aktuell gültige bildungspolitische Ziele lassen betriebliches Lernen als Ideal erscheinen. Schlagwörter aus der Personalführung wie soziales Lernen, internship Programme, trainig on the job, job enrichment, job enlargement oder job rotation vervollständigen das Bild der „theoretischen“ Überlegenheit von Praxis als Lernform ( siehe dazu die einschlägige Literatur zum Thema „lernende Organisation“ wie z.B. Peter Senge oder Christian Scholz ). Diese Hegemonie – hier a ls dominantes Erklärungs- und Wertmuster verstanden – soll im Folgenden anhand ihrer Gegenwelt, der Welt der schulischen Seite der dualen Ausbildung betrachtet werden. Michel Foucault s Heterotopiekonzept folgend, erschließt sich das Wesen und das Funktionieren von Begriffen, Objekten und Institutionen aus der Analyse des Abgegrenzten, des Ausgeschlossenen. In diesem Sinn sind „[…] Heterotopien wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können ( Foucault 1967, in: Andere Räume, 39) Diese Herangehensweise ermöglicht Sinn- und Funktionalitätszuschreibungen zu rekonstruieren und Veränderungen innerhalb des dualen Ausbildungssystems in ihren gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und Konsequenzen zu begreifen.

 

 


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