bwp@ 34 - Juni 2018

Was berufliche und akademische Bildung trennt und verbindet.

Entgrenzungen an der Schnittstelle von Berufsschule, Betrieb, Hochschule und Universität

Hrsg.: Martin Fischer, H.-Hugo Kremer, Julia Gillen & Ines Langemeyer

Zweifel am Studium? – Beratungskonzepte in der Studieneingangsphase zur Unterstützung bei individuellen Problemlagen

Beitrag von H.-Hugo Kremer, Eileen Mauer & Hannah Sloane
bwp@-Format: Berichte & Reflexionen
Schlüsselwörter: Studienabbruch, Studieneingangsphase, Studienzweifel, Übergänge, Beratung, Berufliche Orientierung

Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung wird zurzeit sehr facettenreich diskutiert. Vor dem Hintergrund bildungspolitischer Diskurse wird ein Schwerpunkt auf Anerkennungsfragen gerichtet, die auch als Chance zur Fachkräftegewinnung in der beruflichen Bildung gesehen werden. Wenngleich Fragen der Anerkennung von bisher erbrachten Leistungen insbesondere bei Abbrüchen in höheren Fachsemestern eine bedeutende Rolle spielen, rücken im Handlungsraum der Hochschule weitere Fragen in den Vordergrund. Welche individuellen Problemlagen können insbesondere in der Studieneingangsphase zu Studienzweifeln führen? Welche Vorstellungen bringen Studierende mit und was führt zu einem ‚Studienabbruch‘? Welche beruflichen Perspektiven kann und soll Hochschule adressieren und wie können Studierende in der Überprüfung der Studienentscheidung unterstützt werden? Der Beitrag zielt auf eine analytisch-konzeptionelle Vorbereitung des Handlungsfelds ‚Studienzweifel und -abbruch in der Studieneingangsphase: Konzeption eines Beratungs- und Begleitkonzepts‘ an Hochschulen ab. Hierzu erfolgt eine literaturbasierte Analyse zu Orientierungsleistungen im Übergang von Schule zu Hochschule mit einem besonderen Fokus auf die Perspektive von ‚StudienzweiflerInnen‘ in der Studieneingangsphase sowie eine Webanalyse bestehender Beratungs- und Begleitansätze an Hochschulen. Auf dieser Basis werden konzeptionelle Überlegungen zum genannten Handlungsfeld vorgestellt.

Doubt about studies? – Advisory concepts in the introductory study phase to support individual problems

English Abstract

The permeability between vocational and academic education is currently being discussed in many different ways. Against the background of educational policy discourses, a focus is placed on recognition questions, which are also seen as an opportunity to attract skilled workers in vocational education and training. Although questions of recognition of achievements so far, especially in the case of dropouts from higher education in higher semesters, play an important role, further questions come to the fore in the university's sphere of action. Which individual problems can lead to study doubts, especially in the introductory study phase? What ideas do students bring with them and what leads to a 'dropout from higher education'? Which job perspectives can and should be addressed by the university and how can students be supported in the review of the study decision? The article aims at an analytical-conceptual preparation of the action field ‘study doubts and dropout from higher education in the introductory study phase: conception of an advisory and accompanying concept’ at universities. For this purpose, a literature-based analysis of orientation achievements in the transition from school to university takes places. This analysis has a special focus on the perspective of study doubters' in the introductory study phase as well as a web analysis of existing advisory and accompanying approaches at universities. On this basis, conceptual considerations for the mentioned field of action are presented.

1 Einleitung

Das Phänomen des Studienabbruchs wird zurzeit sehr facettenreich diskutiert und auch aus dem politischen Raum an die Hochschulen mit dem Anspruch herangetragen, die Abbruchquoten zu senken und Studierende zu dem angestrebten Abschluss zu führen. Dies erscheint vor dem Hintergrund hoher Abbruchquoten in den Bachelorstudiengängen auch durchaus nachvollziehbar. Die Abbruchquote in den Bachelorstudiengängen in Deutschland lag bei StudienanfängerInnen der Jahrgänge 2010/2011 bei 32 Prozent (vgl. Heublein et al. 2017, 263). Dies kann auf zu hohe Anforderungen und fehlende Anpassungsleistungen der Studierenden hinweisen, aber auch mit Neu-Orientierungen verbunden sein. Es ist anzunehmen, dass die Studieneingangsphase von vielen Studierenden zur Überprüfung der Studienentscheidung genutzt wird. Vor diesem Hintergrund kann zumindest individuell eine Beendigung des Studiums durchaus positiv eingestuft werden, indem Entscheidungen revidiert und neue Wege in andere Studiengänge oder auch berufliche Ausbildungsgänge aufgenommen werden können, die den Jugendlichen eine bessere Perspektive eröffnen. Gerade damit zeigt sich das Phänomen des Studienabbruchs auch durchaus komplexer! Kann zwischen ‚guten‘ und ‚schlechten‘ Studienabbrüchen unterschieden werden? Wann sind Zweifel und Neu-Orientierungen aufzunehmen? Wann sind Studierende darin zu bestärken, dass sie über Alternativen nachdenken sollten oder die Anstrengungen erhöhen oder verändern müssen, um in den Studiengängen zu verbleiben? Welche Verantwortung hat eine Fakultät als Anbieter von Studiengängen und in welcher Form können alternative Angebote zum Beispiel aus der beruflichen Bildung adressiert werden? Kann den Forderungen aus dem politischen Raum gefolgt werden, dass es vordergründig um die Senkung der Studienabbruchquoten geht? Wie ist damit umzugehen, dass fast 30 Prozent der Studierenden in den Bachelorstudiengängen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften unsicher sind, ob sie das richtige Studienfach gewählt haben (Daten entstammen einer Online-Befragung zur Selbstreflexion der Studierenden)?

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Studienorientierung und –anpassung implementiert. So z. B. ein verbindliches Peer Mentoring Angebot für alle StudienanfängerInnen in den Bachelorstudiengängen, Beratungsangebote im Übergang von Bachelor zu Master oder die systematische Ansprache von Studierenden, die Misserfolge im Studium aufweisen. Es wird die Notwendigkeit gesehen, darauf aufbauend ein systematisches Begleit- und Beratungsangebot für Studierende zu konzipieren, die Studienzweifel und –abbruchsüberlegungen haben. Dabei zeigt es sich bereits als herausfordernd, das Angebot an die Adressaten anzupassen und die entsprechenden Studierenden zu lokalisieren. Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens wird versucht, sich dem Studienzweifel als Konstrukt zu nähern. Ziel ist es, erste Einblicke in das Phänomen zu geben, da bisher unklar bleibt, inwiefern Zweifel im Studium als subjektives prozesshaftes Erleben beschrieben werden kann und welche Facetten damit aufgenommen werden. Dabei findet eine Betrachtung des individuellen und institutionellen Umgangs mit Studienzweifel und eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen statt. Im Rahmen des Projekts soll schrittweise ein Lösungsansatz auf Fakultätsebene konzipiert und implementiert werden.

Der Beitrag berichtet von einer ersten Auseinandersetzung mit der Literatur zu Orientierungsleistungen und Studienabbruch/-zweifel sowie von ersten explorativen Maßnahmen aus dem bestehenden Peer Mentoring Programms, wodurch Überlegungen im Rahmen des Forschungsvorhabens aufgenommen und weiterverfolgt und das Erkenntnisinteresse geschärft werden kann. Mit Bezug zur theoretischen Auseinandersetzung werden im Rahmen einer Webanalyse hochschulische Maßnahmen im Bereich des Studienabbruchs/ Studienzweifels identifiziert. Die Webanalyse bestehender Beratungs- und Begleitansätze gibt erst Hinweise zum institutionellen Umgang mit Studienzweifel und dient so der Konkretisierung des unscharfen Gegenstandsbereiches. In diesem Zusammenhang ist zu untersuchen, inwiefern hochschulische Beratungsangebote Studierende mit Zweifeln ansprechen und welche Arten von Unterstützung angeboten werden. Fraglich ist hierbei, inwiefern ein hochschulisches Beratungskonzept die Problematik des Studienzweifels überhaupt aufgreifen kann. Dabei werden bestehende Beratungskonzepte für diese Zielgruppen analysiert, um erste Erkenntnisse zum Umgang mit Studienzweifel zu gewinnen und darüber hinaus wesentliche Ansätze für die Gestaltung eines Beratungskonzepts bei Studienzweifel reflektierend abzuleiten.

2 Orientierungsleistungen in der Studieneingangsphase

Die Gründe für einen Abbruch des Studiums sind vielfältig und können sowohl mit Herausforderungen im persönlichen Alltag als auch mit der Studienstruktur bzw. dem Studium im Allgemeinen zusammenhängen. Dabei hängt die Entscheidung für einen Studierenden, das Studium abzubrechen, nur selten von einem einzigen Grund ab, sondern von einem Bündel an persönlichen und äußeren Faktoren (vgl. Ahles et al. 2016, 19). Die Betrachtung des Studienabbruchs als komplexes Phänomen bestätigen die empirischen Ergebnisse aus der Forschung, welche uneinheitliche Befunde zu den Gründen des Studienabbruchs zeigen.

Die Schwierigkeiten im Übergang sind durch den Bologna-Prozess noch verstärkt worden, da die Anforderungen frühzeitig sehr hoch sind und durch die Einführung von Leistungspunkten und Modularisierung von Studiengängen eine stärkere Verknüpfung von Lernprozessen und Prüfungen stattfindet (Fuge 2016, 2). Studierende haben so weniger Zeit, sich in dem neuen System einzufügen und müssen ihre Anpassungsleistungen frühzeitig erbringen. Im Rahmen dieses Beitrags steht die subjektorientierte Perspektive auf Übergänge im Vordergrund, wobei dies nicht heißt, dass institutionelle Rahmenbedingungen keine Rolle spielen.

Der Studieneingangsphase kommt eine hohe Bedeutung bezüglich des Studienerfolgs des Einzelnen zu. Hier findet ein Übergang von der Schule bzw. dem Beruf in die Hochschule statt, der entsprechende Anpassungsleistungen der Studierenden notwendig macht. Auf die neuen Studierenden kommen verschiedene Herausforderungen zu; zum einen gibt es strukturelle Unterschiede zwischen den Lernorten Schule und Hochschule (akademische Ebene), außerdem wohnen viele Studierende in dieser Phase zum ersten Mal alleine in einer eigenen Wohnung und müssen sich oftmals in einem neuen Umfeld zurechtfinden (private Ebene).

Im Wintersemester 2015/16 wurden Studierende des Prüfungsjahrgangs 2014 gefragt, ob sie während des Studiums ernsthaft erwogen haben, ihr Studium abzubrechen. 16 Prozent der 124 Bachelorstudierenden der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften befürworteten dies, dagegen keiner der Masterstudierenden (vgl. Universität Paderborn 2017, 65). Die Paderborner Ehemaligenbefragung im Jahr 2015 zeigte, dass 52 Prozent der Studierenden, die vorzeitig das Studium beenden, die Hochschule im ersten oder zweiten Semester verließen (interne Ergebnisauszüge). Im deutschlandweiten Vergleich beenden 46 Prozent der Studienabbrechenden ihr Studium an Universitäten im ersten oder zweiten Fachsemester (vgl. Heublein et al. 2017, 281). Studienabbruch/ -zweifel erfordert demnach vor allem in der Studieneingangsphase Beachtung und stellt Hochschulen vor Herausforderungen. Aufgabe der Hochschulen ist es, Studienabbrüchen, die begründet im Einflussbereich der Institution liegen, entgegenzuwirken und entsprechende Maßnahmen zur Sicherung des Studienerfolgs zu verfolgen (vgl. Wissenschaftsrat 2015, 118ff.), aber auch gegebenenfalls Entscheidungsfindungen und Neuorientierungen zu unterstützen. Ein explorativer Ansatz, wodurch erste Erkenntnisse zum individuellen Umgang mit Studienzweifeln für das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gewonnen werden können, ist die Online-Befragung, die im Rahmen des Peer Mentorings der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Studierende bei der Reflexion der Studiensituation unterstützen soll (durchgeführt im Sommersemester 2018). Diese zeigt, dass ungefähr 20 Prozent der befragten Zweitsemesterstudierenden unsicher sind, ob sie die richtige Studienwahl getroffen zu haben. Ungefähr 70 Prozent sind außerdem unzufrieden mit ihrer bisherigen Studienleistung und ca. die Hälfte ist sich unsicher, ob sie ihr Studium meistern wird. Dies zeigt zumindest ansatzweise, dass hier systematisch Unsicherheiten bestehen, mit denen sich die Studierenden auseinandersetzen (müssen). Derzeit bestehen neben den hochschulischen Angeboten zur Orientierung im Übergang von Schule zu Hochschule viele Beratungsangebote, die Studierende bei Zweifeln im Studium bzw. bei der Entscheidung für oder gegen Studienabbruch unterstützen sollen. Die Thematik des Studienzweifels ist bisher kaum erforscht, aufgrund der vielzähligen bestehenden Beratungsangebote an den Hochschulen kann jedoch auf Bedeutsamkeit geschlossen werden.

Jenert et al. (2017) nennen drei Brillen, durch die die Studieneingangsphase als wichtige Phase im Student-Life-Cycle betrachtet werden kann: der Blick auf Studierende und ihre individuellen Fähigkeiten (vgl. u. a. Busato et al. 2000, Deberard et al. 2004); der Blick auf die Institutionen und deren Möglichkeiten, den Übergang zu gestalten und zu lenken (vgl. u. a. Chapman/Pascarella, 1983); und der Blick auf Institutionen als soziale Gemeinschaften mit korrespondierenden Regeln, die es zu meistern gilt (vgl. u. a. Tinto 1993 & 1998; Venuleo et al. 2014). Hierdurch wird schon die große Komplexität der betrachteten Situation deutlich. Aus der Perspektive der Lebensereignisforschung kann die Studieneingangsphase als ein kritisches Lebensereignis betrachtet werden. Hierbei finden Veränderungen auf verschiedenen Ebenen statt: persönlich, strukturell und statusbezogen (vgl. Pauly 2004, 41). Im Rahmen eines kritischen Lebensereignisses müssen neue Verhaltens- und Denkweisen entwickelt werden, da hier für neue Situationen routiniertes Verhalten verändert wird (vgl. Olbrich 1995, 134). Weitergreifend müssen in der Studieneingangsphase also wichtige Anpassungsleistungen vorgenommen werden. Diese Anpassungsleistungen stellen einen wechselseitigen Prozess dar, da sich nicht nur die Studierenden an die neue Situation anpassen müssen, sondern auch die Hochschule (Leichsenring et al. 2011).

Aufbauend auf Tintos „Model of Institutional Departure“ kann nach Baker/Syrik (1999) zwischen vier Ebenen der Studienanpassung unterschieden werden:

  • Akademische Anpassung
  • Soziale Anpassung
  • Emotionale Anpassung
  • Institutionelle Bindung

Die akademische Anpassung bezieht sich auf die Bewältigung der Studienanforderungen und kann in vier weitere Komponenten untergliedert werden: Motivation, Applikation, Leistung und akademische Umwelt. Die soziale Anpassung beinhaltet vier Komponenten (allgemeine Komponente, andere Personen, Nostalgie und soziale Umwelt), die Einfluss auf die Bewältigung zwischenmenschlicher und gesellschaftlicher Anforderungen haben. Die emotionale Anpassung kann in psychisches und körperliches Wohlbefinden (oder Unwohlbefinden) unterteilt werden. Abschließend umfasst der Komplex der institutionellen Bindung die vielschichtige Qualität der Beziehung zwischen Studierenden und Institution.

Insgesamt gesehen fällt also auf, dass StudienanfängerInnen vielfältige Anpassungsleistungen erbringen müssen. Der Übergang zur Hochschule gestaltet sich in einigen Fällen als schwierig oder auch unmöglich. Diesen notwendigen Anpassungsprozessen begegnen Hochschulen im deutschen Hochschulraum oftmals mit verschiedenen Betreuungs- und Beratungsangeboten – z. B. im Zuge des Qualitätspakts Lehre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) – die die Studieneingangsphase fokussieren.

Weiterführende Diskussion und mögliche Konsequenzen zur Gestaltung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Die Bachelorstudiengänge der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sind gekennzeichnet durch hohe Studienzahlen und sehen daher eine Assessmentphase vor, die zwangsweise einen hohen Grad an Standardisierung aufweist. Es stellt sich u. a. die Frage, wie trotzdem die (erforderlichen) Anpassungsleistungen der Studierenden unterstützt werden können, insbesondere mit Blick auf das sinkende Einstiegsalter und die gestiegene Zahl an Studierenden. Hier müssen die individuellen Herausforderungen der einzelnen Studierenden aufgenommen und verfolgt werden. Das Peer Mentoring Programm der Fakultät zielt unter anderem darauf ab, die StudienanfängerInnen im Übergang zu begleiten und insbesondere einen sozialen Raum zu schaffen, in dem diese Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden. In dem Programm werden Studierende höherer Fachsemester als Peer Mentoren und Mentorinnen zur Betreuung von Kleingruppen eingesetzt. Jede/r MentorIn führt ein individuell auf die eigene Gruppe abgestimmtes Programm durch, das übergreifend an fünf Betreuungsgebiete angelehnt ist. Die Betreuungsgebiete nach Burda et al. (2007) beziehen sich auf das Leben an der Hochschule (BG 1), Lernen an der Hochschule (BG 2), Wissenschaftliches Arbeiten (BG 3), Selbstpräsentation (BG 4) und auf die Persönliche Weiterentwicklung (BG 5) (vgl. Burda et al. 2007) und dienen insbesondere den MentorInnen zur Orientierung bei der Gestaltung des Mentorings. Die Veranstaltungsevaluationen zeigen hier, dass das Programm als hilfreich angesehen wird. Die Online-Befragung unterstützt diese Einschätzung; so geben 68 Prozent der Befragten an, dass das Mentoring ihnen beim Einfinden in den Studiengang geholfen hat. Die zuvor erwähnten Anpassungsleistungen, die die StudienanfängerInnen vornehmen müssen, können in Teilen durch die MentorInnen unterstützt werden, wenn es jedoch um eine weitergreifende Reflexion der Perspektiven und Möglichkeiten im Rahmen des Studiums und der eigenen Entwicklung geht, sind Grenzen des Programms unvermeidlich. Um sinnvoll bei Studienzweifeln und Um-Orientierungen beraten zu können, müssten die MentorInnen umfassende Kenntnisse über Perspektiven und Möglichkeiten besitzen. Dies umfasst auch das Wissen um neue Studienperspektiven und Alternativen zum Studium. Diese Beratungsleistung können Peer MentorInnen daher nur bedingt erbringen. Die im Rahmen des Programms aufgezeigten Modelle zur Studienorientierung und -anpassung berücksichtigen dies auch nicht. Daher kann Studienabbruch so integrativ kaum berücksichtigt werden. Sofern Studienzweifel als losgelöstes Konzept von Studienabbruch betrachtet wird, ergeben sich andere Schwerpunkte, die ein Beratungskonzept aufgreifen kann. Das Phänomen des Studienzweifels bedarf hier also einer weiteren Betrachtung.

3 Zum Phänomen Studienabbruch/ -zweifel

Studienabbruch kann auf ganz unterschiedlichen Ebenen diskutiert werden. Gesellschaftlich betrachtet scheint ein Studienabbruch häufig negativ behaftet zu sein und wird gedanklich mit Versagen oder Scheitern verbunden. Auf der Hochschulebene werden Studienabbruchquoten schnell mit mangelnder Qualität von Studium und Lehre assoziiert. Hochschulen sehen sich u. a. durch die zusätzliche Mittelvergabe für die Qualitätsverbesserung gezwungen, die Zahl der Studienabbrecher zu reduzieren, da die Daten zum Studienabbruch für die Bewertung der hochschulischen Qualitätsentwicklung relevant sind (vgl. Wissenschaftsrat 2008, 9f.). Bildungspolitische Diskussionen werfen aufgrund der unzureichenden Durchlässigkeit der Bildungssysteme die Übergangsproblematik von der Hochschule in die Berufliche Bildung auf. Die Gründe für einen Studienabbruch sind jedoch vielfältig und differenziert zu betrachten. Demnach sollten Studienabbrüche, die sich als notwendige und sinnvolle Entscheidung für das Individuum darstellen, nicht erschwert werden (vgl. Wissenschaftsrat 2015, 120).

Studienabbruch wird häufig als krisenhaftes Ereignis erlebt und demnach mit einem Versagen in Verbindung gebracht (vgl. Ahles et al. 2016, 26). Grundsätzlich wird hier einem weiten Verständnis gefolgt, Studienabbruch nicht als Scheitern, sondern als individuelle Neuorientierung zu betrachten. Aus Sicht des Individuums kann ein Studienabbruch sinnvoll sein, sofern die bisherige Studienrichtung als nicht passend empfunden wird und andere Studienfächer oder andere Bildungswege interessant sind, d. h. eine berufliche Neuorientierung stattgefunden hat. Demzufolge kann ein Studienabbruch oder Studiengangs/ ‑ortswechsel aus berechtigten Gründen und mit positiven Entwicklungen verbunden sein und sollte nicht ausschließlich aus defizitorientierter Sicht diskutiert werden. (vgl. Rüschen 2015, 31). Die Entscheidung gegen ein Studium und gleichzeitig die Entscheidung für einen anderen Bildungsweg kann eine Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung sein (vgl. ebd.). Dies eröffnet außerdem eine Sichtweise, die sich auf Entwicklungspotenziale von individuellen Bildungswegen bezieht.

Studienabbruch kann in Anlehnung an Heublein als ein Passungsproblem definiert werden, welchem unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Heublein et al. kennzeichnen Studienabbruch so als ein multikausales Passungsproblem. Demnach ergibt sich ein Studienabbruch aus mangelnder Passung von individuellen Studienvoraussetzungen und institutionellen Studienanforderungen, welche von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden kann (vgl. ebd. S. 5). Der Abbruch des Studiums ist als freiwilliges Beenden eines Studiums, ohne den angestrebten Abschluss zu erreichen, gekennzeichnet und mit der Absicht verbunden, das System Hochschule endgültig zu verlassen. Hier geht man demnach von Studierenden aus, die sich für einen Studiengang eingeschrieben haben, mit der zuvor bestehenden Intention, das Studium erfolgreich abzuschließen. Abgrenzungen dieser Definition ergeben sich durch Studierendengruppen, die das System Hochschule aus anderen Gründen betreten oder verlassen. Fach-/ HochschulwechslerInnen entscheiden sich nicht gegen das System Hochschule, sondern gegen das Studienfach oder den Hochschulort. Institutionelle Studienabbrüche beschreiben einen gezwungenen Studienausstieg aufgrund rechtlicher Bedingungen der Prüfungsordnung durch nicht bestandene Prüfungen. Scheinstudierende beschreiben die Gruppe von eingeschriebenen Studierenden, die nicht intendieren zu studieren und das Studium abzuschließen, sondern durch den Studierendenstatus beabsichtigen, Vorteile (Vergünstigungen durch Studierendenausweis, Unternehmenspraktika, etc.) zu erlangen. Diese Studierenden verlassen vorzeitig das Studium, zählen nach der besagten Definition jedoch nicht zur Gruppe der Studienabbrechenden. Als Studienunterbrechung wird das Phänomen beschrieben, dass ehemalige Studierende sich zu einem späteren Zeitpunkt – unabhängig von Studienfach und Studienort – erneut einschreiben (vgl. Blüthmann et al. 2008, 409). Demnach können Studienabbruchquoten nie gewissenhaft bestimmt werden (vgl. Lewin 1999, 17).

In der Literatur wird häufig von dem Phänomen des Studienabbruchs gesprochen, da die Entscheidung für einen Abbruch des Studiums meist nicht nur von einem Grund abhängt, sondern von mehreren inneren und äußeren Faktoren und aufgrund dieser Komplexität schwer zu erfassen ist. Seit den sechziger Jahren beschäftigen sich zahlreiche Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen mit dem Studienabbruch, welche ganz unterschiedliche Ansätze und bestimmte Aspekte in den Blick nehmen. Wittenberg/Rothe (1999) bestimmen verschiedene Einflussfaktoren, die zu einem Studienabbruch, Studienfach- oder Studienortwechsel führen. Sie unterscheiden zwischen personalen, situativen, institutionellen und kulturellen Faktoren (vgl. ebd., 106). Heublein et al. (2017) gehen von einem Zusammenwirken unterschiedlicher innerer und äußerer Faktoren aus. Obwohl bei einem Studienabbruch mehrere Faktoren zusammenwirken, schreiben Exmatrikulierte in den Befragungen nach Heublein et al. (2010) oftmals einem Grund die entscheidende Rolle zu, welcher letztlich ausschlaggebend für den Abbruch ist. Hier werden Gruppen von Studienabbruchgründen gebildet, welche auf einer faktoranalytischen Betrachtung beruhen und aufgrund der Korrelationen zwischen einzelnen Aspekten zu einer Bündelung führen. Dabei sind drei Gruppen von ausschlaggebenden Studienabbruchgründen besonders entscheidend bei den Studienabbrechenden im Jahr 2008: Leistungsprobleme, finanzielle Probleme und mangelnde Studienmotivation. Hierdurch wurden 57 Prozent aller Studienabbrüche erfasst. Die Häufigkeit der Studienabbruchmotive der Studienabbrechenden im Jahr 2008 ist im Vergleich zu den Studienabbrechenden im Jahr 2000 gestiegen. Eine deutliche Zunahme weisen die Leistungsschwierigkeiten, die zum Abbruch des Studiums führen, auf. Diese waren im Jahr 2000 für 12 Prozent der Abbrechenden und im Jahr 2008 für 20 Prozent der Studienabbrechenden ausschlaggebend, die Hochschule ohne Abschluss zu verlassen (vgl. Heublein et al. 2010, 17f.).

Bereits in den siebziger und achtziger Jahren setzten sich Forscher unterschiedlicher Disziplinen mit Studienabbruch auseinander und es entstanden die bekanntesten Ansätze im Bereich der Studienabbruchthematik. Die Theorien zum sogenannten „Student-Institution Fit Approach“ von Vincent Tinto und John P. Bean beschreiben Studienabbruch als Passungsproblem. Die Passung zwischen Studierenden und der Hochschule ist Voraussetzung dafür, dass eine Bindung zum Studium und zur Hochschule entwickelt werden kann (vgl. Kliegl/Müller 2012, 76f.). Soziale Integration ist dabei Voraussetzung, um im Studium zufrieden und erfolgreich zu sein (vgl. Ahles et al. 2016, 21). Sofern diese Bindung nicht entsteht, kommt es zu einem Hochschulwechsel oder Studienabbruch. Die Ansätze von Tinto und Bean unterscheiden sich in den Variablen, die einen Einfluss auf die Entwicklung der Bindung haben. Beide Vertreter erkennen fachliche Schwierigkeiten, fehlende allgemeine Studienkompetenzen, Schwierigkeiten im Umgang mit Lehrenden oder schlechte soziale Integration als mögliche Faktoren für einen Studienabbruch (vgl. Kliegl/Müller 2012, 76 f.).

Die „Ability-to-Pay Theory“ von Cabrera/Stampen/Hansen (1990) bezieht sich auf die Studienfinanzierung als relevanten Einflussfaktor für einen Studienabbruch. Die Studienfinanzierung muss demnach während des Studiums immer wieder neu gesichert werden und hat damit einen direkten Einfluss auf die Entscheidung, das Studium fortzuführen oder abzubrechen. Studierende, die ihr Studium selbst finanzieren, neigen eher zu einem Abbruch als Studierende, die finanzielle Unterstützung haben, da sie u. a. weniger Zeit haben, sich sozial und akademisch in die Hochschule zu integrieren (vgl. Kliegl/Müller 2012, 77). In Anlehnung an Bourdieu gibt es nach Thomas (2002) in der Studienabbruchforschung die Annahme, dass der eigene Habitus im Kontext der Hochschule zu Problemen führt. Studierende mit akademischem Bildungshintergrund erfahren eine erleichterte Sozialisation, welche Studierenden aus einem nichtakademischen Elternhaus fehlt (vgl. Kliegl/Müller 2012, 77). Der Studienerfolg wird nach der Habitustheorie durch die Beherrschung spezifischer kultureller Codes beeinflusst (vgl. Ahles et al. 2016, 22). Demnach denken Studierende, deren Eltern nicht studiert haben, eher an einen Studienabbruch als Studierende mit mindestens einem akademischen Elternteil (vgl. Kliegl/Müller 2012, 77).

Während die vorhergehenden Theorien sich auf einzelne Faktoren wie soziale Integration, finanzielle Ressourcen oder die soziale Herkunft beziehen, führen Heublein et al. (2017) diese und weitere Faktoren zusammen und beschreiben den Studienabbruch als mehrdimensionalen Prozess, welcher in verschiedenen Phasen von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Das Risiko eines Studienabbruchs wird durch bestehende innere und äußere Bedingungsfaktoren in der Studien- und Lebensphase beeinflusst. Hier wird Studienabbruch als Resultat eines langen Abwägungs- und Entscheidungsprozesses, nicht als Ergebnis einer spontanen Entscheidung verstanden. Dabei wird die Entscheidung, die Hochschule ohne Abschluss zu verlassen, von vielen äußeren und inneren Faktoren beeinflusst, die sich zeitlich nicht nur auf die aktuelle Studienphase, sondern auch auf die vorhochschulischen Erfahrungen, die Herkunft, Phase des Übergangs und den Einstieg ins Studium beziehen (vgl. ebd., IV). Interne Einflussfaktoren beziehen sich auf Indikatoren, welche vom Individuum selbst ausgehen. Dazu gehören Studienverhalten, Studienleistungen oder Fachidentifikation. Externe Einflussfaktoren nehmen Bezug auf äußere Umstände und Bedingungen, mit denen Studierende während des Studiums konfrontiert sind. Hierzu zählen Studienbedingungen, Nutzung von Beratungsleistungen, Lebensumstände während des Studiums und Alternativen zum Studium (vgl. ebd. 2017, 147ff.). Bedingungsfaktoren und Motive, die für einen Studienabbruch bedeutsam sind, spielen im Zuge des bestehenden Modells des Studienabbruchs als Prozess nach Heublein et al. (2017) als zusammenwirkende Faktoren eine Rolle in der Entscheidung des Individuums für oder gegen den Studienabbruch. Dem Studienabbruch geht also ein Prozess voran, der nicht klar zu bestimmen ist und subjektive Überlegungen, das Studium fortzuführen oder zu beenden, enthält. Dieser vorgelagerte Prozess kann unter Studienzweifel gefasst werden. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Einflussfaktoren auch im Rahmen eines bestehenden Studienzweifels d. h. vor der Entscheidung für einen Studienabbruch von Relevanz sind.

Die Gründe für Zweifel am Studium lassen sich bisher von den Motiven des Studienabbruchs ableiten, da davon ausgegangen wird, dass Studienzweifel der Entscheidung eines Abbruchs vorgelagert sind. Dementsprechend ergeben sich für zukünftige Forschungen folgende Fragen: Wie können Studienzweifel gemessen/ entdeckt werden? Was führt zu Studienzweifeln? Wie nehmen Studierende Zweifel im Studium wahr? Studienzweifel werden hier als bestehende Unsicherheit verstanden, ob das Studium weitergeführt oder abgebrochen werden soll. Die Voraussetzung hierfür ist die bewusste oder unbewusste Auseinandersetzung mit der Studiensituation. Im Hinblick auf das Modell des Studienabbruchprozesses können durch das Wirken und die Konstellation der inneren und äußeren Faktoren Zweifel ent-/bestehen, die zu einem Abbruch führen. Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Studiensituation können bisherige Erfahrungen reflektiert und die eigene Passung an das Studium überprüft werden. Fraglich ist, ob ein Zweifel stets als negativer Zustand zu verzeichnen ist, welcher überwunden werden muss oder ob Zweifel im eigenen Lernprozess als Unterstützung dienen können, wenn z. B. eigene Handlungen kritisch reflektiert werden.

Die Bestimmung von Gründen und Ursachen für einen Studienabbruch zeigt zum einen die sehr vielseitigen Lebenslagen von Studierenden auf, zum anderen können daraus Maßnahmen für die Weiterentwicklung oder Neugestaltung der Studienbedingungen sowie der Unterstützungsangebote abgeleitet werden (vgl. Ahles et al. 2016, 15). Durch Maßnahmen hinsichtlich einer Beratung können nach Gold (1999) negative Folgen für das Individuum und die Institution gemildert werden. Voraussetzung dafür ist die Identifizierung von Merkmalen, die einen Einfluss auf den Studienerfolg oder –misserfolg haben (vgl. ebd., 53). Beispielsweise spielen soziale Kontakte eine bedeutende Rolle für die Integration der Studierenden in die Hochschule. Zudem können sie motivational und kognitiv den Studienerfolg fördern (vgl. Wittenberg/Rothe 1999, 118) und die Studienabbruchwahrscheinlichkeit senken.

Studienabbruch und Studienzweifel sind ein häufig auftretendes Phänomen, mit dem sich Hochschulen auseinandersetzen (müssen). Die Vielschichtigkeit der Thematik wurde oben ausführlich beschrieben und von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Sowohl im Kontext der Orientierungsleistungen der Studieneingangsphase als auch aus den theoretischen Perspektiven der Studienabbruchthematik ist zu erkennen, dass die Passung zwischen Individuum und Institution eine bedeutende Rolle für den Studienerfolg oder –misserfolg spielt. Aus den bisherigen Erkenntnissen der Literaturanalyse lassen sich dementsprechend Kriterien ableiten, auf deren Grundlage bestehende Beratungsangebote analysiert werden.

Zusammengefasst fällt auf, dass Baker/Syrik (1999) und Heublein et al. (2017) jeweils verschiedene Ebenen ihres Untersuchungsgegenstands identifizieren. Während Baker/Syrik zwischen akademischer, sozialer und emotionaler Anpassung sowie institutioneller Bindung unterscheiden, identifizieren Heublein et al. individuelle, soziale, institutionelle sowie außeruniversitäre Faktoren des Studienabbruchrisikos. Hierbei fällt auf, dass große Überschneidungen zwischen der sozialen Anpassung nach Baker/Syrik und den sozialen Bedingungsfaktoren bestehen – in beiden Fällen wird das soziale Umfeld und die Integration des Individuums in dieses fokussiert. Die individuellen Bedingungsfaktoren nach Heublein et al. können durch die Überlegungen zur akademischen Anpassung sowie zur emotionalen Anpassung vertieft werden, während die institutionellen Bedingungsfaktoren durch Annahmen zur institutionellen Bindung von Studierenden vertieft werden können. Hieraus ergeben sich also zusammenfassend folgende Kriterien, mit Hilfe derer Studienzweifel analysiert werden können:

  • Individuell (Leistungsfähigkeit, kognitive Fähigkeiten, Studienmotivation, psychische/ physische Ressourcen, etc.)
  • Sozial (Lerngruppen, soziale Kontakte, Kontakte zu Lehrenden, Hochschulsozialisation etc.)
  • Institutionell (Studienbedingungen, Beratung, institutionelle Bindung, etc.)
  • Außeruniversitär (Lebensbedingungen, berufliche Alternativen, etc.)

Weiterführende Diskussion und mögliche Konsequenzen zur Gestaltung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Die Ausführungen zeigen, dass Konzepte wie Studienanpassung, -zweifel, -wechsel und ‑abbruch zwar voneinander abgegrenzt werden können, dies jedoch zum Teil nur rückblickend eingeordnet werden kann und mit den Konzepten von Baker/Syrik (1999) und Heublein et al. (2017) durchaus unterschiedliche Handlungserfordernisse verbunden sind. Die Studieneingangsphase sollte den Studierenden zunächst Möglichkeiten der Studienanpassung und zur Aufnahme des Studiums eröffnen. Dabei kann es jedoch nicht darum gehen, vordergründig lediglich Abbruchquoten zu reduzieren. Aufgabe der Hochschule sollte es sein, den Blick auf das Individuum zu richten. Sofern die Studierenden als zentrale Instanz gesehen werden, muss es um eine differenzierte Betrachtung in Bezug auf individuelle Problemlagen der Studierenden gehen. Zweifelnden Studierenden, die studiengeeignet sind, sollte zum Studienerfolg verholfen werden. Studierenden, die ernsthaft in Erwägung ziehen, das Studium aufgrund von unzureichender Anpassungsleistungen aufzugeben, sollten Alternativen aufgezeigt werden können. Gerade hier weist ein integratives Begleit- und Beratungsangebot Grenzen auf, da Studierende sich in unterschiedlichen Situationen befinden und eine individuelle Beratung notwendig ist, um auf subjektive Anliegen einzugehen. Fraglich ist, inwiefern eine universitäre Einrichtung dies leisten kann. Allerdings besteht genau in den Studiengängen die Möglichkeit, Studierende zu erreichen und sie in ihren Entscheidungen zu unterstützen. Der Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung wird durchaus als eine Aufgabe der Hochschule angesehen, was sich in Eignungsprüfungen von beruflich qualifizierten Personen oder Diskursen um Anerkennung von Leistungen aus der beruflichen Bildung zeigt. Es kann deshalb die Frage aufgeworfen werden, inwiefern auch der Übergang von der Hochschule in die berufliche Bildung von Hochschulen aufgenommen werden kann. Dies würde zumindest eine klare Positionierung zur Einordnung des eigenen Studienangebots zu anderen (Berufs-)Bildungsangeboten erfordern. Diese Problemstellung zeigt sich insbesondere in Beratungskontexten. Dabei wäre dann zu fragen, welchen Beratungsauftrag Akteure der Hochschule bzw. konkreter im Rahmen eines Studiengangs bzw. einer Fakultät verfolgen können. Es erscheint aus unserer Sicht sinnvoll, dass dort die Studierenden abgeholt werden und die Studienzweifel dann aufgenommen werden. Gleichermaßen ist zu bestimmen, wo Grenzen der Beratung und Begleitung durch studiengangnahe Konzepte gesehen werden. Im Rahmen einer Web-Analyse wurden hierzu Beratungs- und Begleitangebote zum Umgang mit Studienzweifel aufgenommen.

4 Beratungs- und Begleitangebote zum Umgang mit Studienzweifel

Als ein weiterer explorativer Ansatz dient die hier betrachtete Webanalyse, welche im Hinblick auf das Forschungsprojekt erste Erkenntnisse zum institutionellen Umgang mit Studienzweifeln liefert und Gestaltungsdimensionen für Beratungskonzepte aufzeigt. Mit Blick auf die durchgeführte Literaturanalyse können dadurch Aspekte zur Gestaltung eines ganzheitlichen Beratungskonzepts abgeleitet werden. Derzeit bestehen bereits eine Vielzahl an Beratungs- und Begleitangeboten für Studierende. Der bisherige Fokus lag dabei oftmals in der Unterstützung während des Übergangs von Schule zu Hochschule bzw. Orientierungsphase. Neben Angeboten in der Studieneingangsphase, die Studierende zu Beginn des neuen Lebensabschnitts begleiten, existieren bereits auch Beratungsangebote, die sich speziell an die Zielgruppe der Studierenden mit Studienzweifeln oder Studienabbruchgedanken richten.

Tabelle 1: Ebenen der hochschulischen Maßnahmen für Studierende mit Studienzweifeln

Soziale Ebene

Individuelle Ebene

Institutionelle Ebene

Außeruniversitäre Ebene

Präventive Maßnahmen

(Sensibilisierung Studium, Individuelles Zielsystem)

       

Interventionsmaßnahmen

(Analyse der Studiensituation)

       

Beratung bei Studienabbruch

(Bewertung/ Bestimmung von Alternativen, Realisierung/ Entscheidung)

       

Außeruniversitäre Maßnahmen

       

Um sich einen ersten Überblick der zu bestehenden Angebote zu machen, werden im Rahmen der Webanalyse bestehende Konzepte zu Beratungsangeboten bei Studienzweifel/-abbruch durch eine strukturierte Online-Recherche aufgegriffen und anhand der zuvor festgelegten Kriterien (individuelle Ebene, soziale Ebene, institutionelle Ebene und außeruniversitäre Ebene) betrachtet. Dabei werden die inhaltlichen Aspekte analysiert und in einer Matrix zur Übersicht den vier Ebenen und den Beratungsformen gegenübergestellt (s. Tabelle 1).

Die Webanalyse beschreibt ein non-reaktives Verfahren zur Datenerhebung, welches durch indirekte Beobachtungen menschliches Erleben oder Verhalten aus Dokumenten erschließt. Non-reaktive Verfahren sind Methoden zur Datenerhebung, welche Personen, Ereignisse und Prozesse nicht beeinflussen, da die Datenerhebung nicht bemerkt wird (vgl. Döring/Bortz 2016, 349f.). Ziel der Webanalyse ist es hier, bestehende Beratungsangebote zu identifizieren und darüber hinaus erste Erkenntnisse zum Umgang mit Studienzweifel an Hochschulen zu erhalten. Mithilfe einer Google-Suche wurde das Web nach den Begriffen „Studienzweifel“, „Zweifel Studium“, „Zweifel“ durchsucht und nach Informationen zu bestehenden Beratungsangeboten für StudienzweiflerInnen untersucht. Das Untersuchungsmaterial setzt sich demnach aus online zur Verfügung stehenden Texten, die von Hochschulen oder Projektträgern veröffentlicht wurden, zusammen. Hierdurch ergeben sich zwingend Limitationen. Es können keine Aussagen darüber getroffen werden, wie und ob die Angebote genutzt werden oder ob sie von den Teilnehmenden als hilfreich empfunden werden.

Im Rahmen der Webanalyse wurden im Januar 2018 unterschiedliche Beratungsangebote an 23 Hochschulen gefunden, welche sich an Studierende mit Zweifeln im Studium und Abbruchgedanken richten. Dabei werden unterschiedliche Formate der Beratung von verschiedenen Anlaufstellen in der Hochschule angeboten. Die zur Verfügung stehenden Inhalte in Form von Textmaterial auf den jeweiligen Webseiten wurden analysiert und Kategorien zugeordnet. Es fällt auf, dass die Angebote auf verschiedene Zeitpunkte innerhalb des Prozesses abzielen. Grob kann hier zwischen Präventionsmaßnahmen (im Rahmen der Orientierung), Interventionsmaßnahmen (in der Entscheidungsphase aufgrund bestehender Zweifel) und Beratung bei Studienabbruch (Entscheidung zum Studienabbruch) unterschieden werden. Eine genauere Betrachtung der bestehenden Angebote für StudienzweiflerInnen zeigt, dass eine klare Abgrenzung in Präventions-, Interventions- und Beratungsmaßnahmen bei Studienabbruch kaum möglich ist, da viele Angebote z. B. Beratungsanteile im Bereich der Entscheidungsunterstützung, aber auch im Bereich alternativer Wege bei Studienabbruch beinhalten. Anhand der Webanalyse werden ausschließlich Beratungsangebote betrachtet, welche die Zielgruppe der StudienzweiflerInnen ansprechen. Somit konnte eine bewusste Auswahl typischer Fälle zum Umgang mit Studienzweifeln gewonnen werden.

Unter Rückbezug der Theorien nach Baker/Syrik (1991) und Heublein et al. (2017) lassen sich die Beratungsangebote in unterschiedliche Kategorien einordnen. Im Rahmen der Orientierungsleistungen sowie Beratungs- und Begleitangebote, welche Studierende insbesondere zu Beginn des Studiums im Rahmen der Anpassungsleistungen unterstützen sollen, wurden entsprechende Angebote der Kategorie „Präventive Maßnahmen“ zugeordnet. Das Modell des Studienabbruchs nach Heublein et al. (2017) geht von drei Phasen aus, die zu einer Studienabbruchmotivation führen können. In der letzten, der Entscheidungsphase, welche durch die zuvor liegenden Phasen „Studienvorphase“ und „Aktuelle Studiensituation“ beeinflusst wird, entscheidet sich der Studierende für den Abbruch oder das Fortführen des Studiums (vgl. ebd., 16). Demnach wurde für die Auswertung der Webanalyse hier zwischen „Interventionsmaßnahmen“, sofern die Entscheidung noch nicht getroffen wurde und „Beratung bei Studienabbruch“, sofern Studierende sich bereits für den Abbruch entschieden haben, unterschieden. Durch die Betrachtung der bestehenden Beratungsangebote, welche aus der Webanalyse hervorgehen, wird außerdem die Kategorie der „Außeruniversitären Maßnahmen“ hinzugezogen. Die betrachteten Angebote beinhalten häufig unterschiedliche Maßnahmen, wobei nicht immer ersichtlich ist, wie die Maßnahmen gebündelt sind. Im Rahmen der Auswertung werden die Maßnahmen aus den Beratungsangeboten den Kategorien „Präventive Maßnahmen“, „Interventionsmaßnahmen“, „Beratung bei Studienabbruch“ und „Außeruniversitäre Maßnahmen“ zugeordnet und exemplarische Beratungsangebote aufgezeigt. In einem zweiten Schritt wird analysiert, inwiefern sich die Beratungsangebote auf die zuvor gebildeten Kriterien (individuell, sozial, institutionell sowie außeruniversitär) beziehen. Demnach werden die Kategorien der Maßnahmen den unterschiedlichen Ebenen in einer Matrix gegenübergestellt (s. Tabelle 2).

4.1 Präventive Maßnahmen

Maßnahmen, die sich dem Bereich der Prävention zuordnen lassen, beschreiben unterschiedliche Beratungsangebote für Studierende, um mögliche Unsicherheiten im Studium zu reduzieren und sich über die eigene Studiensituation bewusst zu werden. Unter präventiven Maßnahmen sind auch Orientierungsleistungen, die insbesondere in der Studieneingangsphase beim Übergang in die Hochschule wirken, zu verorten. Hier bestehen eine Vielzahl an Projekten wie z.B. der Qualitätspakt Lehre (QPL), die u. a. zum Ziel haben, den Studienerfolg zu sichern. Hochschulische Beratungsstellen und psychosoziale Beratungen bieten Studierenden eine Vielzahl an Angeboten zur Sicherung des Studienerfolgs und Prävention von Unsicherheiten und Zweifeln.

Die Webanalyse zeigt, dass unterschiedliche Arten von Beratungen für Studierende angeboten werden. Hier bestehen entsprechende Beratungsangebote in Form von Workshops, in denen Studierende dazu angeregt werden, Wünsche und Vorstellungen zu klären und Techniken der Entscheidungsfindung anzuwenden (vgl. Hochschule Darmstadt (2018)). Des Weiteren bieten allgemeine Studienberatung und psychologische Beratung Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen wie Schreibblockaden, Lern- und Arbeitstechniken sowie Studienprobleme und -ängste an (vgl. Humboldt-Universität zu Berlin (2018)). Die Angebote im Rahmen der Prävention lassen sich inhaltlich auf individueller und institutioneller Ebene einordnen und vernachlässigen die soziale sowie außeruniversitäre Ebene.

4.2 Interventionsmaßnahmen

Beratungsangebote, welche Studierende während der Orientierungsphase aufgrund bestehender Zweifel zielgerichtet unterstützen sollen, werden hier als Interventionsmaßnahmen gekennzeichnet. Im Rahmen der Webanalyse wird deutlich, dass hier häufig Angebote zur Unterstützung in der Entscheidungsphase bestehen. Dabei werden unterschiedliche Maßnahmen insbesondere von - oder in Kooperation mit - der Zentralen Studienberatung angeboten.

Neben jährlichen Informationsveranstaltungen für Studierende, die ihre aktuelle Studiensituation reflektieren möchten oder über einen Fach-/ Hochschulwechsel oder Studienabbruch bzw. eine Neuorientierung nachdenken (vgl. Humboldt-Universität zu Berlin (2018), Universität zu Köln (2018)), bieten viele Hochschulen Sprechstunden an. Persönliche Beratungsgespräche sollen u. a. als Hilfe zur Reflexion des bisherigen Weges, der individuellen Studiensituation, Beratung beruflicher Alternativen und Unterstützung zur Lösungsfindung dienen (vgl. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2018), Hochschule Düsseldorf (2018), Humboldt-Universität zu Berlin (2018), Ruhr-Universität Bochum (2018), Universität Leipzig 2018)). Die Hochschule Darmstadt (2018) und die Universität Hamburg (2018) bieten außerdem explizit Beratung bei Studienzweifeln an (vgl. ebd.). In Einzelberatungen können Unsicherheiten im Studium und Problemlagen individuell aufgegriffen werden. Unabhängig vom Studienfortschritt werden Studierende im Rahmen des Career Coachings (vgl. Universität zu Köln 2018) bei der Entscheidungsfindung unterstützt. In Einzelsitzungen mit dem Coach werden Interessen und Kompetenzen analysiert, die Wahl des Studiums reflektiert und konkrete Pläne für die berufliche Zukunft entwickelt.

In Seminaren bzw. Workshops des Career Services an der Universität Paderborn haben Studierende u. a. die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten und Interessen zu erkunden, Unterstützung im Zeitmanagement und der Lernorganisation zu erhalten und alternative Wege kennenzulernen. An der Hochschule Düsseldorf (2018) entwickeln Studierende in Gruppenarbeit Strategien zur Selbstreflexion, Aktivierung von persönlichen Ressourcen und produktiver Lösungsansätze (vgl. ebd.). Die Beratungs- und Begleitangebote im Rahmen der Interventionsmaßnahmen sind vielfältig und wirken verstärkt auf individueller und institutioneller Ebene, aber auch vereinzelt auf außeruniversitärer und sozialer Ebene. Die außeruniversitäre Ebene wird hauptsächlich beim Aufzeigen alternativer Wege inhaltlich mit einbezogen. Die soziale Ebene wird zum einen bei der Reflexion der Studiensituation betrachtet, zum anderen bei den bestehenden Workshops oder Seminaren, in denen Studierende in den Austausch mit anderen Studierenden, aber auch mit beratenden Personen kommen.

4.3 Beratung bei Studienabbruch

Beratungs- und Begleitangebote, die sich an Studierende richten, die zu einem Studienabbruch tendieren oder sich bereits für den Abbruch des Studiums entschieden haben, werden als Beratung bei Studienabbruch gekennzeichnet. Hier findet oftmals eine Auseinandersetzung mit bestehenden Alternativen und Bildungsoptionen statt, sowie eine Vermittlung zwischen Studierenden und Unternehmen oder anderen relevanten Beratungsstellen. Durch die Bezeichnung der Maßnahmen „move“ (vgl. Hochschule Düsseldorf 2018), „Spurwechselberatung“ (vgl. Universität Mannheim 2018), „Richtungswechsel-Sprechstunde“ (vgl. Fachhochschule Münster 2018) wird deutlich, dass Studierende angesprochen werden, die sich für alternative Wege interessieren. Informationsveranstaltungen geben einen Überblick möglicher Perspektiven für den Studienausstieg, informieren über alternative Studiengänge, aber insbesondere über Ausbildungsalternativen und berufliche Alternativen und eröffnen die Möglichkeit, dass Studierende mit entsprechenden Ansprechpartnern, Beratern und Experten in den Austausch kommen (vgl. RWTH Aachen 2018, Hochschule Düsseldorf 2018, Ruhr-Universität Bochum 2018). Die Einzelberatungen unterstützen Studierende bei der Entscheidungsfindung, Organisation des Ausstiegs und bei der Neuorientierung, indem u. a. berufliche Zukunftspläne entwickelt werden und Kontakte zu Unternehmen oder weiteren relevanten Ansprechpartnern vermittelt werden (vgl. Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm 2018, Fachhochschule Münster 2018, Universität Mannheim 2018). Die identifizierten Maßnahmen richten sich an Studierende, welche sich gegen das Studium entschieden haben und sich demzufolge für alternative Wege interessieren. Durch die Kooperationen mit Unternehmen, Agentur für Arbeit, etc. unterstützen diese Beratungs- und Begleitangebote insbesondere den Übergang in die berufliche Bildung.

4.4 Außeruniversitäre Maßnahmen

Neben den Beratungs- und Begleitangeboten an Hochschulen gibt es bereits einige Maßnahmen für Studierende mit Zweifeln oder Abbruchgedanken während des Studiums, die außerhalb der Hochschule bestehen. Hier sind Maßnahmen gemeint, die als allgemeine oder erste Anlaufstelle für Studierende mit Studienzweifeln oder Studienabbruchgedanken dienen und den Vorteil haben, dass Studierende sich zunächst eigenständig und anonym mit ihrer Studiensituation auseinandersetzen können. Das Self-Reflection Tool (SRT) „PrevDrop“ ermöglicht Studierenden mithilfe eines Fragebogens die Bereiche Studienwahl, Lerntyp, Motivation, Universität, Problemidentifikation zu reflektieren (vgl. University of Applied Labour Studies of the Federal Employment Agency 2018). Anhand eines Feedbacks können die Studierenden die Ergebnisse einsehen und erhalten zusätzlich Informationen zu Gesprächsmöglichkeiten und möglichen Anlaufstellen. Einige Hochschulen verweisen bereits auf ihren Webseiten auf das öffentlich verfügbare Tool zur Selbstreflexion. Des Weiteren bestehen Webseiten wie z. B. www.studienabbruch-und-dann.de, die Übersichten möglicher Anlaufstellen, alternative Bildungswege und Hilfe bei Studienzweifeln enthalten (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2018). Die Webseite www.zweifel‑am‑studium.de entstand im Rahmen des Projekts N.I. – 2.0: „Netzwerk – berufliche Integration von Studienabbrechenden in Hessen. Nachhaltige Implementierung von Informations- und Beratungsangeboten zu alternativen Qualifizierungswegen in der beruflichen Bildung“ (vgl. Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. 2018). Diese bieten Unterstützungsmöglichkeiten zum Weiterführen des Studiums, zeigen Alternativen zum Studium auf und liefern Ansätze zur Entscheidungsfindung. Zu erwähnen ist, dass viele der zuvor erwähnten Maßnahmen in Kooperation mit Kammern, IHK, Agentur für Arbeit und Unternehmen bestehen und somit nicht klar zwischen universitären und außeruniversitären Angeboten differenziert werden kann. Das Beratungsprogramm „SHIFT“ ist beispielsweise ein vom BMBF gefördertes Programm für StudienaussteigerInnen der Stadt Hamburg in Kooperation mit u. a. Hochschulen und Betrieben (vgl. Hamburger Institut für Berufliche Bildung 2018).

4.5 Zusammenführung

In Tabelle 2 werden verkürzt die Beratungsangebote der untersuchten Hochschulen aufgearbeitet und geclustert. Hierbei fällt auf, dass vor allem Interventionsmaßnahmen sowie Beratungen bei Studienabbruch angeboten werden. Insbesondere präventive Maßnahmen werden eher selten angeboten. Die meisten untersuchten Angebote fokussieren die individuelle Ebene, außerdem gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die die institutionelle Ebene in den Blick nehmen. Reflexionsimpulse sowie das Aufzeigen von Alternativen stellen den Kern der untersuchten Beratungsangebote dar. Diese beiden Ziele werden auf unterschiedliche Art aufgenommen; so gibt es Konzepte, die individuelle Beratung fokussieren, ebenso wie Konzepte, die im Rahmen von Workshops ihre Teilnehmenden beraten und betreuen.

Tabelle 2: Ergebnisse der Analyse hochschulischer Maßnahmen für Studierende mit Studienzweifeln

Soziale Ebene

Individuelle Ebene

Institutionelle Ebene

Außeruniversitäre Ebene

Präventive Maßnahmen

(Sensibilisierung Studium, Individuelles Zielsystem)

 

Konkretisierung eigener Wünsche und Vorstellung

   
 

Schreibblockaden, Lern- und Arbeitstechniken, Studienprobleme und Ängste

 

Soziale Ebene

Individuelle Ebene

Institutionelle Ebene

Außeruniversitäre Ebene

Interventionsmaßnahmen

(Analyse der Studiensituation)

Gruppenarbeit zur Entwicklung von Strategien zur Selbstreflexion, Aktivierung von Ressourcen und Finden produktiver Lösungsansätze;

Austausch mit Ansprechpartnern aus Beratungsnetzwerken

Individuelle Betrachtung der Ist-/Soll-Situation;

Analyse von Interessen und Kompetenzen;

Techniken der Entscheidungsfindung (Entscheidungs-unterstützung);

Strategien und Methoden zur Ergründung des Studienzweifels

Professionalisierung im Studium;

Unterstützung bei fachlichen Fragen;

Erwerb fächerübergreifender Kompetenzen;

Überblick über Informations- und Beratungsangebote der Universität

Aufzeigen von Möglichkeiten bei Studienzweifeln

Beratung bei Erwägung eines Hochschulwechsels oder Studienausstiegs;

Aufzeigen alternativer Wege;

(Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsorientierung);

Beratung und Begleitung bei Um- oder Neuorientierung;

Vermittlung zu weiterführenden Beratungseinrichtungen und zu regionalen Arbeitgebern

 

Sicherung Studienerfolg;

Unterstützung bei Motivations-/ Konzentrationsproblemen, persönlichen Sorgen, Prüfungsängsten;

Unterstützung Zeitmanagement, Studientechnik, Lernorganisation;

Stärkung persönlicher Ressourcen für erfolgreichen Studienverlauf;

Entwicklung eines Ist-Soll-Fahrplans;

Auseinandersetzung mit der Studienwahl;

Analyse/ Reflexion der individuellen Studiensituation;

Klärung der individuellen Gründe für Zweifel am Studium,

Begleitung bei Fach- oder Hochschulwechsel;

Möglichkeiten der Gesprächsaufnahme mit BeraterInnen

 
   

Aufzeigen von (Studien-)alternativen, Handlungsmöglichkeiten;

Nutzungsmöglichkeiten der bisher erworbenen Kompetenzen/ Qualifikationen auf dem  Ausbildungs-, Stellen- und Arbeitsmarkt

 

Verbesserung der individuellen Studienbedingungen;

Ergebnisoffene Suche nach möglichen Perspektiven zur Unterstützung der Entscheidungsfindung;

Prävention von Studienabbruch, Beratung zur (Neu-)Orientierung und Nutzung von Hilfsangeboten

Reflexion des bisherigen Weges/ Ist-Zustands;

Selbsteinschätzung zur Studiensituation, Selbstreflexion bei Zweifeln am Studium

Unterstützung bei individuellen Anliegen u. a. Studienzweifel, Studienabbruchgedanken, Studienausstieg und Neuorientierung;

Entwicklung von Optionen, Erkennen und Nutzen von Ressourcen, Coaching zur Unterstützung von Entscheidungs- und Veränderungsprozessen;

Erkennen von beruflichen Interessen und Kompetenzen;

Unterstützung in der Lösungsfindung;

Informationen für Beratungsgespräche

Soziale Ebene

Individuelle Ebene

Institutionelle Ebene

Außeruniversitäre Ebene

Beratung bei Studienabbruch

(Bewertung/ Bestimmung von Alternativen, Realisierung/ Entscheidung)

Austausch mit Experten/ Ansprechpartnern

   

Aufzeigen von beruflichen Perspektiven;

Organisation des Ausstiegs bzw. bei Neuorientierung;

Vermittlung zwischen SudienabbrecherInnen und Betrieben

   

Überblick über bestehende Alternativen und Bildungsoptionen;

Aufzeigen von Perspektiven für den beruflichen Weg;

Informationen zu Fachwechsel, Studienausstieg und Ausbildungsalternativen;

Beratung zu alternativen Studiengängen und Alternativen zum Studium

 

Möglichkeiten/ Lösungen zur Weiterführung des bisherigen Studiums, Entscheidungsunterstützung bei Studiengangwechsel

 
 

Umgang mit Niederlagen im Studium;

Unterstützung bei der Entscheidungsfindung;

Entwicklung beruflicher Zukunftspläne;

Beratung für weitere Anlaufstellen

Erfahrungsaustausch und Netzwerk bei Studienzweifeln, Studienabbruch und Übergang in die berufliche Bildung

Soziale Ebene

Individuelle Ebene

Institutionelle Ebene

Außeruniversitäre Ebene

Außeruniversitäre Maßnahmen

     

Übersicht möglicher Anlaufstellen und Bildungswege;

Hilfe bei Studienzweifeln

 

Unterstützungsmöglichkeiten zum Weiterführen des Studiums, Aufzeigen von Alternativen (in der Berufsausbildung);

Unterstützung der Entscheidungsfindung bei Studienzweifel und Studienabbruch; Unterstützung der Ausbildungsunternehmen bei der Suche nach geeigneten StudienaussteigerInnen

Selbstreflexion mit Hilfe eines Fragebogens zu den Bereichen Studienwahl, Lerntyp, Motivation, Universität und Problemidentifikation;

Feedback zur Studiensituation und Informationen zu Gesprächsmöglichkeiten und Anlaufstellen

Weiterführende Diskussion und Konsequenzen zur Gestaltung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Die explorative Webanalyse gibt erste Hinweise, dass derzeit eine Vielzahl an Beratungskonzepten bestehen, die für Studierende mit Studienzweifeln ausgerichtet sind. Dabei richten sich die hochschulischen Beratungsangebote an Studierende, die sich noch im Studium befinden und Zweifel haben, dieses fortzuführen. Die Gründe für Zweifel am Studium können so auch Überschneidungen mit den Motiven des Studienabbruchs haben, müssen jedoch nicht zwingend zu einem Studienabbruch führen.

Studienzweifel werden oftmals auf informativer und funktionaler Ebene aufgenommen und nur sehr begrenzt über einen Beratungs- und Begleitprozess, der die Vorstellungen, Potenziale und Gestaltungsräume des Individuums aufnehmen kann. So werden Studierende mit Studienzweifeln über Alternativen informiert und es werden Wege in andere Studiengänge oder in die berufliche Bildung aufgezeigt. Obwohl dies ein wichtiger Aspekt ist, der nicht zu vernachlässigen ist, kommt so die Zielgruppe zu kurz, deren Studienzweifel noch diffus und wenig definiert sind und die trotzdem von einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen profitieren könnte. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass im Rahmen der Webanalyse nur wenige präventive Maßnahmen gefunden wurden, die es im Sinne einer Reflexion ermöglichen, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen.

Ein weiterer Aspekt, der scheinbar vernachlässigt wird, ist die soziale Komponente des Studienabbruchs, wobei bekannt ist, dass die soziale Integration eine wichtige Rolle im erfolgreichen Übergang in die Hochschule spielt. Darüber ist die Verankerung der Begleit- und Beratungsangebote von Interesse. Hier kann festgestellt werden, dass die Aufnahme von Studienzweifel eher über zentrale Angebote abgedeckt wird. Gerade die Entdeckung und Verschränkung mit Maßnahmen zur Studienanpassung ist über das Design nur schwer erkennbar, allerdings scheinen hier Potenziale zu liegen, die bisher nur sehr begrenzt genutzt werden.

5 Ausblick – Handlungsempfehlungen für ein Beratungskonzept

Dass gerade zu Beginn eines Studiums vielfältige Schwierigkeiten auftreten können und hier Anpassungsleistungen sowohl auf Seiten der Studierenden als auch der Hochschule stattfinden müssen, ist zuvor dargelegt worden. Das Konstrukt des Studienzweifels wird derzeit in der Literatur insbesondere als „Vorstufe“ zum Studienabbruch behandelt und wird daher oftmals nicht losgelöst davon betrachtet. Die wechselseitige Verschränkung von Studienzweifel mit Studienanpassung und -abbruch erscheint hier weiterführend und hilfreich. Die Webanalyse zeigt trotzdem, dass eine Vielzahl an Beratungsangeboten für Studierende mit Studienzweifeln oder Abbruchgedanken existiert. Beratungsangebote können auf verschiedenste Problematiken im Anpassungsprozess hinzielen und können daher unterschiedlich ausdifferenziert werden. Die Webanalyse bestätigt die Einschätzung und gibt daher einen vielfältigen Einblick in das Vorgehen anderer Hochschulen. Wie zuvor aufgeführt, können Studienzweifel vielfältige Gründe haben und auf individuelle, soziale, institutionelle sowie außeruniversitäre Bedingungsfaktoren zurückzuführen sein. Die Webanalyse zeigt jedoch, dass die Beratungsangebote in den meisten Fällen einzelne Aspekte dieses multifaktoriellen Phänomens fokussieren. Ein ganzheitliches Beratungskonzept scheint daher bisher zumindest vor dem Hintergrund der Webanalyse noch nicht eingeführt bzw. erprobt worden zu sein. Aus der Webanalyse sowie den zugrunde gelegten Konzepten können folgende Fragen zur Gestaltung eines Beratungskonzepts generiert werden:

  • Welche individuellen Problemlagen können zu Studienzweifeln führen?
  • Welche Vorstellungen bringen Studierende mit zu Beratungsgesprächen?
  • Wie können Studierende mit Studienzweifeln erreicht werden und wie kann hier die Hemmschwelle gesenkt werden?
  • Wo kann eine hochschulische Beratung ansetzen?

Die Komplexität der Beweggründe für einen Studienabbruch lässt es sinnvoll erscheinen, ein Beratungskonzept zu Studienzweifeln in bereits bestehende Strukturen einzubetten und nicht als losgelöstes Angebot zu konzipieren. Insbesondere der soziale Aspekt wird oftmals vernachlässigt, was in weiten Teilen sicher darauf zurückgeführt werden kann, dass die soziale Integration der Studierenden schwer von Seiten der Hochschulen gesteuert werden kann. Auch die wiederholt auftretende Problematik der Erreichung von gerade den Studierenden, die Beratung benötigen, aber dies vielleicht gar nicht wissen oder aufgrund einer größeren Distanz zum System Universität unwissend bezüglich der Möglichkeiten sind, könnte durch ein integrativ in Studiengänge eingebundenes Beratungskonzept zumindest in Ansätzen gelöst werden.

Zusätzlich müssten Strategien entwickelt werden, um Studierende mit Beratungsbedarf im Bereich Studienzweifel zu identifizieren und die Zielgruppe gerecht und spezifisch anzusprechen. Sollte man hier mit Beratung bei Studienzweifeln informieren oder ein anderes Wording nutzen, um die Hemmschwelle Studierender zu reduzieren? Die gesellschaftliche Tabuisierung des „Scheiterns“ kann durchaus eine Hemmschwelle für Studierende sein. Wird ein Beratungsangebot bei Studienzweifel/ Abbruchgedanken wahrgenommen, legt man offen, dass Probleme oder Unsicherheiten im Studium bestehen. Diese Hemmschwelle kann durch Peer-Beratungs-Formate abgebaut werden, da hier eine Beratung auf Augenhöhe in einem (hoffentlich) urteilsfreien Raum stattfinden kann. Wichtig ist, dass im Rahmen eines Peer Mentorings MentorInnen oder Peer-Berater für die Thematik des Studienzweifels/ -abbruchs sensibilisiert werden, um Studierende auch bei Unsicherheiten oder Zweifeln im Studium zu unterstützen bzw. auf passende Anlaufstellen zu verweisen. Hierbei darf der institutionelle Beratungsauftrag nicht vollständig auf Studierende übertragen werden. Da hier durchaus Grenzen dahingehend bestehen, was Studierende leisten können und inwiefern dies erwartet werden kann. In Peer Beratungssituationen können Reflexionsimpulse zur Auseinandersetzung mit der eigenen Studiensituation gegeben und mögliche Unsicherheiten bezüglich der Studienwahl identifiziert werden. Peer Beratungen fokussieren per Definition neben den institutionellen und individuellen Faktoren auch die sozialen Aspekte, die derzeit in der Beratungslandschaft oftmals nur am Rande angesprochen werden. Peer Beratungsangebote haben daher vielfältige Vorzüge, müssen jedoch immer mit gezielten Schulungen verbunden sein, um bestmögliche Beratung zu gewährleisten.

Wichtig ist also, die Komplexität von Studienzweifeln nicht zu unterschätzen und Beratungsangebote daher individuell auf Studierende und deren Situationen anwendbar zu machen. Ein ganzheitliches Beratungskonzept kann nicht „one-size-fits-all“ sein, sondern muss von den Studierenden individuell zusammenstellbar und an die eigene Studiensituation anpassbar sein und in allgemeinere Programme zur Bewältigung der Studieneingangsphase eingebettet sein. Dies erfordert eine große Transparenz der vorhandenen Angebote und ihrer Zusammenwirkung, da insbesondere in der Studieneingangsphase noch Unwissen über die Universität besteht und bei der fokussierten Zielgruppe der Studienzweifelnden zur Nichtwahrnehmung der Angebote führen kann.

Zusammenfassend können also Ausgangspunkte für die weitere Gestaltung aufgenommen werden:

  • Integration in bereits bestehende Strukturen
  • Flexible und an individuelle Problemlagen angepasste Beratung
  • Peer Beratung zur Ermöglichung von Beratung auf Augenhöhe

Nach Sichtung der relevanten Literatur sowie einer ersten Webanalyse bestätigt sich der Eindruck, dass Studienzweifel und der institutionelle Umgang mit diesen ein immer wichtiger werdendes Feld sind. Die Gründe für Studienzweifel und Studienabbruch sind vielfältig und müssen auch als solches behandelt werden, wenn Beratungsangebote greifen sollen. Dieser Beitrag soll einen ersten Diskussionsimpuls dahingehend liefern, wie das Phänomen betrachtet und wie mit Studienzweifeln umgegangen werden kann. Hierfür können erste Gestaltungsaspekte für ein ganzheitliches Beratungskonzept abgeleitet werden, jedoch muss in der folgenden Arbeitsphase noch geklärt werden, wie ein solches Konzept konkret konzipiert und implementiert werden kann. Im Rahmen des Forschungsvorhabens dienen die hier aufgenommene Literaturanalyse, die explorative Analyse im Rahmen des Peer Mentorings sowie die Webanalyse der Erkenntnisgewinnung zum Umgang mit Studienzweifel. Dabei wird deutlich, dass die Thematik des Studienabbruchs/-zweifels an vielen Hochschulen präsent ist und unterschiedliche Maßnahmen bestehen, um Studierende mit Studienzweifeln oder Studienabbruchgedanken zu unterstützen. Hierbei ist das Ziel, Studierende bei bestehenden Zweifeln am Studium zielgerichtet erreichen und beraten zu können. Zum einen sollen Studierende bereits vor dem Abbruch bei bestehenden Zweifeln am Studium zielgerichtet beraten werden. Zum anderen soll denjenigen, die sich bereits gegen das Studium entschieden haben, alternative Wege aufgezeigt werden können, um diese insbesondere beim Übergang in die berufliche Bildung individuell unterstützen zu können. Dabei stellt sich die Frage, ob Studierende, für die eine Beratung hilfreich wäre, tatsächlich Angebote zur Unterstützung in Anspruch nehmen. Ein entsprechendes integratives Beratungskonzept, welches individuelle Anliegen im Rahmen der sozialen, institutionellen und außeruniversitären Ebenen aufgreift, kann Studierende in der Studieneingangsphase zielgerichtet begleiten und in der aktuellen Studiensituation unterstützen. Dabei werden Anreize zur Selbstwirksamkeit geschaffen, aber auch flexiblere Lernwege ermöglicht. Weiterführend ist fraglich, welche Aufgaben Hochschulen im Kontext der Thematik des Studienabbruchs/-zweifels haben und inwiefern Hochschulen beim Übergang von Hochschule und beruflicher Bildung Studierende aus dem Studium heraus in andere Bildungswege beraten und begleiten sollen.

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Fachhochschule Münster (2018): https://www.fh-muenster.de/studium/studienberatung/zweifel/richtungswechsel.php?p=3,8 (08.08.2018).

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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2018): https://www.uni-duesseldorf.de/home/studium-und-lehre-an-der-hhu/studium/studienberatung2/beratung-fuer-studierende/content-studienberatung-wp/studienberatungsportal/allgemeine-beratung-coaching/studienberatung-und-coaching/zweifel-am-studium.html (08.08.2018).

Hochschule Darmstadt (2018): https://www.h-da.de/studium/beratung/studienberatung/zweifel-im-studium/ (08.08.2018).

Hochschule Düsseldorf (2018): https://www.hs-duesseldorf.de/studium/beratung_und_kontakt/studienberatung/zweifel (08.08.2018).

Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm (2018): https://www.hs-neu-ulm.de/studium/studienberatung/studienzweifel/ (08.08.2018).

Humboldt-Universität zu Berlin (2018): https://www.hu-berlin.de/de/studium/beratung/studienabbruch/studienabbruch (08.08.2018).

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (2018): http://www.careercenter.uni-halle.de/studierende/studienzweifel/ (08.08.2018).

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Ruhr-Universität Bochum (2018): https://www.ruhr-uni-bochum.de/zsb/studienzweifel.htm (08.08.2018).

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Universität Koblenz · Landau (2018): https://www.uni-koblenz-landau.de/de/kompetenzzentrum/kernangebote-ksb/neustart (08.08.2018).

Universität Mannheim (2018): https://www.uni-mannheim.de/news/was-tun-bei-studienzweifeln/ (08.08.2018).

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Universität zu Köln (2018): https://verwaltung.uni-koeln.de/abteilung21/content/studierende/zweifel_am_studium/index_ger.html (08.08.2018).

University of Applied Labour Studies of the Federal Employment Agency (2018): http://www.prevdrop.eu/ (09.08.2018).

Zitieren des Beitrags

Kremer H.-H./Mauer, E./Sloane, H. (2018): Zweifel am Studium? – Beratungskonzepte in der Studieneingangsphase zur Unterstützung bei individuellen Problemlagen. In: bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 34, 1-24. Online: http://www.bwpat.de/ausgabe34/kremer_etal_bwpat34.pdf (18.10.2018).