Call for Papers

Ausgabe 39 (Dezember 2020) von bwp@:

Berufliche Bildung in Europa – 20 Jahre nach Lissabon und am Ende von ET 2020. Entwicklungen und Herausforderungen zwischen supranationalen Strategien und nationalen Traditionen

Seit der Gründung und Weiterentwicklung eines europäischen Staatenverbundes – angefangen mit den Römischen Verträgen und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er Jahren bis hin zur Europäischen Union in den 1990er Jahren – sind eine Reihe an Empfehlungen und Program­men zur beruflichen Bildung an die Mitgliedstaaten adressiert worden. Wichtige Ziele dabei waren und sind insbesondere, die Zusammenarbeit und Abstimmung in der beruflichen Bildung zu gewährleisten und die berufliche Mobilität in einem offenen Raum Europa zu fördern.     

Im März 2000, also genau vor zwanzig Jahren, hat der Europäische Rat mit der Lissabon-Strategie ein Programm zur Schaffung des wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschafts­raums verab­schiedet. Zu ihren wichtigen Prinzipien gehörte die europäische Kohäsion allgemeiner und beruflicher Bildung. Zehn Jahre später, im März 2010, brachte die Europäische Kommission das Nachfolgeprogramm Europa 2020 auf den Weg. Bereits knapp ein Jahr davor beschlossen die Bil­dungs­minister der EU den „Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung“ (ET 2020), mit dem u.a. die Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung bis zum Jahr 2020 verbessert werden sollte.

Den März 2020 – 20 Jahre nach Lissabon und am Ende von „Education and Training 2020“ – sehen  wir als einen guten Zeitpunkt zur Bilanzierung und für neue Fragen – aus wissenschaftlicher Perspektive. Dazu wollen wir mit der Ausgabe 39 von bwp@ einladen.

In Ausgabe 39 soll es um folgende Aspekte und Fragen gehen:

  • Häufig diskutiert wurden in den letzten Jahren die Spannungen zwischen nationalen Traditionen und Handlungslogiken in der beruflichen Bildung einerseits und supranationalen Interessen und Strategien andererseits. Daher stellt sich die Frage, wie diese Spannungen berufsbildungspolitisch und berufsbildungspraktisch gelöst wurden und werden.
  • Welchen Einfluss hatten und haben Maßnahmen der Europäischen Union auf nationale Berufsbildungspolitiken und Berufsbildungsstrukturen?
  • Inwieweit haben die europäischen Initiativen zu einer Aufwertung und zu einem offenen Raum beruflicher Bildung beigetragen? Im Einzelnen:
    -> zur (inter-)nationalen Vergleichbarkeit und Anerkennung von beruflich erworbenen Abschlüssen,
    -> zur Attraktivität der beruflichen Bildung (v.a. für Jugendliche),
    -> zur erhöhten Mobilität während und durch berufliche Bildung,
    -> zur Anschlussfähigkeit der Berufsbildung an höhere/akademische Bildung und
    -> zur Integration über berufliche Bildung in Einwanderungsgesellschaften?
  • Oder aber haben die europäischen Strategien zu einem fragmentierten Nebeneinander von Frameworks, Standards, Konzepten und Praxen in der beruflichen Bildung geführt?

Obwohl die EU-Politik zentraler Bezugspunkt dieser Fragen ist, möchten wir mit der bwp@ Ausgabe 39 auch die europäischen Entwicklungen insgesamt in den Blick nehmen.

Wir freuen uns auf theoretisch und empirisch ausgerichtete Beiträge zu dem oben skizzierten Kontext in deutscher und englischer Sprache, die aus der Perspektive einzelner europäischer Länder oder mit Blick auf die Interessen und Strategien der EU Entwicklungen, Zusammenhänge, Widersprüche, Spannungen sowie Politik-, Forschungs- und Diskussionsbedarfe aufzeigen.

Interessenten bitten wir, uns spätestens bis zum

24. Mai 2020

ein ca. einseitiges Exposé (Vorlage: https://www.bwpat.de/vorschau/expose_vorlage_bwpat39.docx) ausschließlich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu senden.

Die Exposés werden anhand folgender Kriterien bewertet:

  • Relevanz des Themas / Bezug zum Call for Papers
  • Fragestellung / Erkenntnisinteresse resp. Intention des Beitrags
  • Methodisches Vorgehen (Exploration, Datenauswertung, Literaturstudie, Theorieanalyse, Erfahrungsbericht etc.)
  • Aufbau und geplante Gliederung des Textes
  • Zuordnung zu einem der drei möglichen bwp@ Beitrags-Formate (Forschungsbeitrag, Diskus­sions­beitrag oder Berichte & Reflexionen, siehe dazu: http://www.bwpat.de/bwp-formate).

Bitte verwenden Sie dafür die auf der bwp@-Homepage unter Vorschau zu findende Formatvorlage (www.bwpat.de/bwpat-vorschau/cfp), der wir nicht nur den Titel und die inhaltliche Ausrich­tung des geplanten Beitrags entnehmen können, sondern auch Informationen zur Autorin/zum Autor bzw. zu den AutorInnen und die Zuordnung zu einem der möglichen bwp@ Beitrags-Formate.

Parallel zu diesem offenen Call for Papers werden die Herausgeber*innen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern einladen, sich an dieser Ausgabe zu beteiligen. Der nicht verdeckte Review­prozess für diese eingeladenen Beiträge wird ähnlich aber nicht gleich wie beim offenen Call laufen.

Wir informieren Sie bis spätestens 14. Juni 2020, ob wir Ihren Beitrag aufnehmen können und wie das weitere Procedere ablaufen wird. Die Beiträge selbst erbitten wir bis spätestens 20. September 2020 (ausschließlich unter Verwendung der dafür vorgesehenen Formatvorlage).

Online gehen wird Ausgabe 39 im Dezember 2020.

Karin Büchter, Karl Wilbers, Hubert Ertl, Dietmar Frommberger & Franz Gramlinger
(Inhaltlich verantwortliche Herausgeber von bwp@ Nr. 39)

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