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bwp@ Spezial AT-8 - September 2026
Wirtschaftspädagogik in Österreich 2026
Beiträge zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogikkongress
Hrsg.:
EDITORIAL zur bwp@ Spezial-Ausgabe AT-8: Beiträge zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress 2026
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Editorial zur bwp@ Spezial-Ausgabe AT-8:
Beiträge zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress
Die vorliegende Spezial-Ausgabe ist den Beiträgen zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress gewidmet, der am 8. Mai 2026 an der Wirtschaftsuniversität Wien stattfand. Auch in diesem Jahr folgten wieder rund 200 Teilnehmer:innen aus den Universitäten, den berufsbildenden Schulen, der Wirtschaft und der Bildungspolitik der Einladung zum Theorie-Praxis-Dialog. Das Programm bot eine breite Palette an Themen und ermöglichte einen intensiven Austausch. Der Vormittag wurde in bewährter Weise von den Leiter:innen der vier Wirtschaftspädagogik-Standorte Innsbruck (Annette Ostendorf), Graz (Michaela Stock und Peter Slepcevic-Zach), Linz (Georg Hans Neuweg) und Wien (Bettina Fuhrmann) gestaltet. Einen besonderen Programmpunkt stellten der Vortrag und die Ehrung von Wilfried Schneider, von 1971 bis 2004 Ordinarius für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien, dar. Anlässlich seines 90. Geburtstags wurde das Fachbuch „Wirtschaft unterrichten mit Konzept – Das Wiener Modell der Unterrichtsplanung“ von Bettina Greimel-Fuhrmann und Christiane Schopf herausgegeben und ihm gewidmet. Ein weiteres Highlight des Tages war der Besuch von Bundesminister Christoph Wiederkehr, der in seiner Rede seine große Wertschätzung der Wirtschaftspädagogik gegenüber zum Ausdruck brachte. Am Nachmittag fanden in drei Parallel-Schienen insgesamt weitere zwölf spannende Vorträge von Mitarbeitenden der vier Standorte statt.
Bereits am Vortrag des Kongresses wurde das ebenfalls bereits fix verankerte Young Researcher Treffen abgehalten, bei dem Dissertant:innen aus den vier Wirtschaftspädagogik-Standorten eingeladen sind, den Stand ihrer Arbeiten zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Dieses Angebot wurde diesmal von zwei Kolleg:innen aus Graz und Wien genutzt.
Im Anschluss an den Kongress wurden zwölf Beiträge verschriftlicht und durchliefen zur Qualitätssicherung einen Single-blind Peer-Review-Prozess sowie eine Begutachtung durch die Herausgeberin. Die hier gesammelten Beiträge spiegeln in beeindruckender Weise die umfassende Kompetenz und große Vielfalt der österreichischen Wirtschaftspädagogik wider.
Die ersten vier Beiträge widmen sich dem zentralen Megatrend der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz. Michael Thoma und Heike Welte präsentieren vor dem Hintergrund neuer Anforderungen an die Hochschuldidaktik Befunde aus einer Onlinebefragung von Lehrenden einer österreichischen Universität zu deren selbsteingeschätzter KI-Literacy. Annette Ostendorf beschreibt pädagogische Herausforderungen bei der Nutzung generativer KI im Bildungskontext und stellt eine hochschuldidaktische Intervention zur Förderung kritischen Denkens als zentralen Aspekt der KI Literacy von Studierenden vor. Silvia Lipp und Elisabeth Riebenbauer zeigen welche Veränderungen die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Rechnungswesen mit sich bringen und erarbeiten auf dieser Basis mikrodidaktische Ansatzpunkte für einen KI-augmentierten Rechnungswesenunterricht. Im Beitrag von Elisabeth Riebenbauer, Julia Pargmann, Doreen Flick-Holtsch und Florian Berding geht es um die Förderung von digitalen Kompetenzen, Prozessorientierung und vernetztem Denken im Wirtschaftsunterricht. Es wird eine prozessorientierte, ERP-gestützte Lernumgebung, das Learning Cockpit, vorgestellt und es werden Ergebnisse aus einer Pilotierungsstudie präsentiert.
Die nächsten drei Beiträge beschäftigen sich mit dem ebenfalls sehr aktuellen Themenfeld der Finanzbildung. Bettina Greimel-Fuhrmann und Julia Riess analysieren die empirisch belegten Überzeugungen österreichischer Erwachsener zu Wertpapieren auf Grundlage der Behavioral-Finance-Forschung, legen Prinzipien für risikobewusstes Investieren dar und geben Empfehlungen für die Finanzbildung. Der Beitrag von Johanna Seeliger präsentiert eine qualitative Interviewstudie zum Risikoverständnis österreichischer Erwachsener sowie zu deren Umgang mit Risiken und Versicherungen. Aus den Befunden werden Implikationen für die Förderung von Risk Literacy abgeleitet. Barbara Dunkl geht auf Basis einer quantitativen Erhebung der Frage nach, wie es um das verschuldungsbezogene Wissen von Handelsakademie-Schüler:innen steht und was dies für die Förderung von Debt Literacy im Rahmen der Weiterentwicklung der Finanzbildung an berufsbildenden Schulen bedeutet.
Die weiteren Beiträge beziehen sich auf ganz unterschiedliche Inhalte und demonstrieren damit die große Bandbreite wirtschaftspädagogisch relevanter Themen. Im Beitrag von Peter Slepcevic-Zach, Elisabeth Riebenbauer, Elisabeth Zehetner und Michaela Stock werden Befunde aus einer Absolvent:innenstudie zum Studium der Wirtschaftspädagogik an der Universität Graz dargestellt, um daraus evidenzbasierte Impulse für die Entwicklung eines neuen Curriculums abzuleiten. Der Beitrag von Peter Slepcevic-Zach, Katharina Resch und Paul Rameder widmet sich der Demokratiebildung als zentrale Bildungsaufgabe. Es werden sowohl theoretische Perspektiven als auch die derzeitige Verankerung im österreichischen Schulsystem aufgezeigt und empirische Befunde aus einer Lehrkräftebefragung präsentiert. Isabella Kronberger und Hannes Hautz untersuchen aus einer Educational Governance Perspektive mithilfe qualitativer Interviews die Rolle und Wirkungen der durch die Einführung des Qualitätsmanagementsystems für Schulen etablierten Lehrenden-Teams an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Westösterreich.
Den Abschluss bilden zwei Beiträge aus dem Young Researcher Format. Jakob Stadler stellt sein geplantes Dissertationsprojekt vor, in dem es um die Frage gehen soll, inwiefern in der beruflichen Weiterbildung adaptive Lehrformen eingesetzt werden, um den Lerntransfer der Teilnehmenden zu fördern. Im Beitrag von Sabrina Bogner und Birgit Leidenfrost wird ein lernpsychologisches Experiment dargestellt, das die Zusammenhänge zwischen Emotional Design, subjektiv wahrgenommener Ästhetik, epistemischen Emotionen und situationalem Interesse beim Lernen mit Erklärvideos analysiert. Vor dem Hintergrund der Bedeutung emotionaler und motivationaler Voraussetzungen für die Auseinandersetzung insbesondere mit komplexen und/oder eher „trockenen“ Lerninhalten werden die Relevanz dieser Befunde sowie weiterführende Forschungsoptionen im Bereich der Wirtschaftspädagogik diskutiert.
Eine spannende Lektüre wünscht
Christiane Schopf
Zitieren des Beitrags
Schopf, C. (2026). Editorial zur bwp@ Spezial-Ausgabe AT-8: Beiträge zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress 2026. In C. Schopf (Hrsg.), bwp@ Spezial AT-8: Beiträge zum 19. Österreichischen Wirtschaftspädagogik-Kongress (S. 1–3). https://www.bwpat.de/wipaed-at8/editorial_wipaed-at_2026.pdf


