bwp@ Spezial AT-1 - September 2018

Wirtschaftspädagogische Forschung und Impulse für die Wirtschaftsdidaktik

Beiträge zum 12. Österreichischen Wirtschaftspädagogikkongress

Hrsg.: Bettina Greimel-Fuhrmann

Persönlich fühle ich mich halt nicht betroffen: Über Schüler/innen/vorstellungen von Wirtschaft und Wirtschaftsunterricht

Beitrag von Julia Szoncsitz
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Vorstellungen sind nach Baalmann et al. (2004, 8) Verständnisse und Gedanken, die sich auf ein bestimmtes Sachgebiet beziehen, „subjektive gedankliche Prozesse, die weder aufgenommen noch weitergegeben werden können, sondern immer von den Personen selbst konstruiert oder erzeugt werden“ (vgl. Baalmann et al. 2004, 8). Die Vorstellungen von Lernenden sind von besonderer Relevanz, denn bereits Ausubel et al. (1980, S. 5) betonen, dass der wichtigste Faktor, der das Lernen beeinflusst, das ist, worüber Lernende bereits verfügen.

Untersuchungen zu Vorstellungen liegen in den sozialwissenschaftlichen Didaktiken bisher nur in geringem Umfang vor (vgl. Aprea 2013, S. 100). Nach Aprea (2013, 101) ist jedoch zu vermuten, dass die Vorstellungsforschung einen Beitrag dazu leisten kann, auf welches Verständnis bzw. welche Verständnisprobleme die Ergebnisse niedriger Performanz der Bevölkerung bei Leistungstests ökonomischer Allgemeinbildung zurückzuführen sind. Vorliegende Studien eint, dass meist Vorstellungen zu ausgewählten, komplexen ökonomischen Phänomenen untersucht wurden. Betrachtet man bisherige Testergebnisse (vgl. z. B. Greimel-Fuhrmann et al. 2016) ist aber zu erkennen, dass bereits in vielen grundlegenden Bereichen nur mangelhaftes Wissen vorhanden ist. Sind es bereits die grundlegenden Bereiche, die Schwierigkeiten bereiten, sind es aber unbedingt auch die grundlegenden Vorstellungen von Wirtschaft und Wirtschaftsunterricht, die es näher zu erkunden gilt.

Um diese Forschungslücke zu adressieren, wurde eine explorativ ausgerichtete, qualitative Untersuchung am Bespiel der gymnasialen Oberstufe durchgeführt (vgl. Szoncsitz et al. 2017). Die Daten wurden über problemzentrierte Interviews (n = 12) erhoben und mittels Feinstruktur- und Themenanalyse (vgl. Lueger 2010) ausgewertet. Dieser Artikel gibt einen Einblick in die Ergebnisse der Untersuchung (vgl. Szoncsitz et al. 2017). Die hier dargestellten Ergebnisse zeigen, dass eine zentrale Herausforderung darin besteht, Schüler/innen/vorstellungen als wesentliche Eingangsvoraussetzungen genauer zu erkunden und ökonomische Inhalte für Schüler/innen anschlussfähiger auszugestalten.

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Zitieren des Beitrags

Szoncsitz, J. (2018): Persönlich fühle ich mich halt nicht betroffen: Über Schüler/innen/vorstellungen von Wirtschaft und Wirtschaftsunterricht. In: bwp@ Spe­zial AT-1: Wirtschaftspädagogische Forschung und Im­pulse für die Wirt­schaftsdidaktik – Beiträge zum 12. Österreichischen Wirtschaftspädagogik­kongress, 1-19. Online: http://www.bwpat.de/wipaed-at1/szoncsitz_wipaed-at_2018.pdf (13.09.2018).